30 Jahre NEUE ARBEIT: Perspektiven schaffen, Chancen geben

Seit drei Jahrzehnten setzt NEUE ARBEIT als sozialökonomischer Betrieb ein kraftvolles Zeichen für soziale Teilhabe in Kärnten.

Menschen, die in schwierige Lebensphasen geraten sind, erhalten hier neue Perspektiven

durch qualifizierte Beschäftigung, individuelle Betreuung und konkrete Chancen auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Möglich gemacht wird das durch eine langjährige Partnerschaft mit dem Land Kärnten, dem AMS Kärnten (AMS), Gemeinden, Betrieben und privaten Auftraggebenden. Zum Jubiläum gab es heute in St. Veit an der Glan einen Festakt, dem eine Pressekonferenz vorausging.

„Arbeit ist weit mehr als ein Einkommen – sie bedeutet Zugehörigkeit, Teilhabe und Zukunft. Für viele Menschen ist der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt jedoch aus unterschiedlichsten Gründen erschwert. Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, diesen Menschen Brücken zu bauen – nicht nur aus sozialer Verantwortung, sondern weil es allen nützt: den Einzelnen, die wieder Perspektiven entwickeln können, und uns allen, weil Integration und Armutsbekämpfung nur mit echter Teilhabe gelingen. Einrichtungen wie NEUE ARBEIT zeigen, wie das erfolgreich möglich ist“,

betonte LHStv.in Gaby Schaunig.
1995 mit einem kleinen Bügelservice in St. Veit an der Glan gestartet, ist NEUE ARBEIT heute an drei Standorten – St. Veit, Klagenfurt und Feldkirchen – aktiv. Rund 100 Personen jährlich erhalten hier einen befristeten Arbeitsplatz in Bereichen wie Wäsche- und Bügeldienst, Änderungsschneiderei, Garten- und Instandhaltungsservice sowie Reinigung. Ziel ist, Menschen mit längerer Arbeitslosigkeit Schritt für Schritt zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu begleiten.

„NEUE ARBEIT ist für unsere Gemeinde ein unverzichtbarer Partner – sozial wie wirtschaftlich. Als Hausherr in St. Veit freut es mich besonders, dass dieses Projekt in unserer Stadt vor 30 Jahren ins Leben gerufen wurde. Heute profitieren wir mehrfach: 70 Wohnblöcke und zahlreiche Grünflächen werden professionell betreut. Gleichzeitig erhalten Menschen die Chance, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Dadurch fördert NEUE ARBEIT langfristig die Lebensqualität in unserer Gemeinde“,

so Bürgermeister Martin Kulmer.
Auch Feldkirchen profitiert seit 1998 von der Zusammenarbeit mit NEUE ARBEIT. Bürgermeister Martin Treffner betonte:

„Seit der Eröffnung des Standorts in Feldkirchen verbindet uns eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit. Besonders im Bereich Gartenservice und Instandhaltung hat sich die Kooperation als äußerst wertvoll erwiesen. Zahlreiche Arbeitskräfte, die über die NEUE ARBEIT erstmals mit der Stadtgemeinde in Kontakt kamen, sind seither verlässliche Stützen geworden. Dieses Modell ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Integration in den ersten Arbeitsmarkt gelingen kann – zum Nutzen der gesamten Gemeinde.“

NEUE ARBEIT ist als sozialökonomischer Betrieb nicht nur Projektträger, sondern auch aktiver Dienstleister für Gemeinden, Betriebe und private Haushalte. In St. Veit übernimmt NEUE ARBEIT die Grünraumpflege und Stiegenhausreinigung in 70 Wohnanlagen. In Feldkirchen werden jährlich rund 1.000 Stunden für gemeindeeigene Liegenschaften geleistet, darunter Kindergärten und Schulen. In Klagenfurt reicht das Engagement von Dienstleistungen in der Volksküche bis zur Bearbeitung von Feuerwehruniformen.
„Das 30-jährige Jubiläum bestätigt die exzellente und innovative Art, mit der NEUE ARBEIT – über all die Jahre hinweg – arbeitsmarktpolitische Herausforderungen meistert. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch in seinen verschiedenen, mitunter schwierigen Lebenslagen. Die Kombination aus sozialpädagogischer Betreuung und realem Arbeitseinsatz sind der Schlüssel zum Erfolg“, so AMS-Landesgeschäftsführer Mag. Peter Wedenig.
„Ich bin dankbar für die langjährige, starke Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft. Nur gemeinsam mit AMS, Land, Gemeinden, Wirtschaftspartnern und Privathaushalten können wir als Soziales Unternehmen der Arbeitsintegration so viel bewegen. Mit den Einnahmen werden die Schlüsselkräfte, die laufende Beratung und Betreuung sowie anfallende Investitionen finanziert, während die öffentliche Hand 100 befristete Jobs ermöglicht. Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns unterstützen, Sie schenken Menschen neue berufliche Chancen!“, erklärte Vereinsobfrau Vizebürgermeisterin Silvia Radaelli.
Arbeit bei NEUE ARBEIT bedeutet mehr als Beschäftigung: Sie ist ein Baustein zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. Die angebotene sozialpädagogische Begleitung unterstützt Menschen auf dem Weg zurück in geregelte Tagesstrukturen, hilft bei Alltagsbewältigung, Qualifizierung und Bewerbung.

„Wir sind stolz darauf, dass wir trotz vieler Herausforderungen und sich laufend verändernden Rahmenbedingungen ein stabiles sozialökonomisches Unternehmen sind. Wir beraten, qualifizieren und beschäftigen Menschen und führen sie auf diese Weise Schritt für Schritt an den Arbeitsmarkt heran. Jemand der arbeitslos ist, verliert nach gut sechs Monaten kontinuierlich berufliche Kompetenzen und kann sich keine finanziellen Sprünge leisten. Bis Ende 2024 konnten wir insgesamt 6814 Personen beschäftigen. Davon sind viele Personen älter als 50 Jahre alt, einige stehen kurz vor der Pension und haben keine Chance mehr auf eine Anstellung am ersten Arbeitsmarkt. Und jede Beschäftigung stärkt die regionale Kaufkraft und kurbelt regionale Wertschöpfung an. Umso wichtiger ist es für uns, Perspektiven zu schaffen, damit Menschen, die Arbeit suchen, in ein reguläres Arbeitsverhältnis aufgenommen werden können“,

so Geschäftsführer Bernhard Samitz.
Wie stark NEUE ARBEIT Leben verändern kann, zeigt auch die Geschichte von Ermina Cosic:

„Ich wollte unbedingt arbeiten und das in einem Job, in dem man Familie und Arbeit unter einen Hut bekommt. Die Möglichkeit, bei NEUE ARBEIT als Transitmitarbeiterin einzusteigen, war für mich ein Glücksfall. Denn als nach kurzer Zeit die Arbeit im Wäsche- Bügeldienst immer mehr wurde, bin ich eingesprungen. Ich arbeite sehr gerne mit Menschen und heute bin ich Abteilungsleiterin für den Wäsche- Bügeldienst in Klagenfurt. NEUE ARBEIT hat mir Stabilität gegeben.“

Quelle: LPD Kärnten